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19.01.2012

trust



trust - bulbform
is it your darkest hour? rave!









trust - candy walls
with love from last spring




edit: das debut album trst ist auf den 28. februar angekündigt.


18.11.2011

bastard post

zwei songs. 1972 vs. 2010. entscheidet selbst.






alan sorrenti - un fiume tranquillo (aria)
per me esiste






emika - double edge (s/t)

19.07.2011

locussolus - s/t

setzt man techno in den kontext des kosmischen konzepts, ist es die reduktion der musik auf genau zwei komponenten: raum und zeit, -in diesem moment gleichzusetzen mit sphäre und rhythmus. da sich aber über musik generell keine nur kümmerliche aussagen machen lassen, kann auch dieses cliché ohne grosse anstrengung dekonstruiert werden.

dem kosmos gerecht zu werden, fällt keinem musiker leicht. immerhin handelt es sich dabei um das höchste prinzip allen schaffens. darin erfüllen sich die schöpferischen ambitionen des kreativen geistes. und darin verbergen sich - wie so oft hinter grossen prinzipien - kleingeist und unvermögen. an nichts lässt sich so leise scheitern, wie an hehren prinzipien.






dj harvey alias locussolus kann davon nichts erzählen. er kann von hippies und bits erzählen, -nicht aber vom scheitern an den grossen künstlerischen herausforderungen. von knackigen bass lines und techno aus fleisch und blut kann er plaudern, und wie er damit für versöhnung zwischen mensch und maschine sorgt. das sollte als hinweis reichen, dass sich die verdienste des mannes ins nahezu unermessliche dehnen.













da es throwdown in der ursprünglichen fassung nicht auf den album sampler geschafft hat (?), findet es hier separate erwähnung.


locussolus - throwdown (s/t)








06.06.2011

when saints go machine - konkylie




man sollte hingehen und das gespenst einfangen, mit riesenlauschern. wir alle sind kopenhagen jetzt. es gab nie athen und nie madrid. alles war unwillkür. unwille und kür, pixelschatten. maschinen heiligten die musik - aber niemand liess sie regieren. diese krise war keine ungewollte. sepp wusste das.







04.06.2011

invisible conga people - in a hole / can't feel my knees




diese ep auf dfa records liefert die totale qualitätsschmiere, um den sternenkreuzer für die nächste raum/zeit-reise flott zu kriegen. nie liess es sich angenehmer durch das multiversum flutschen. die invisible conga people hatten bereits 2008 vielversprechendes von sich hören lassen. aber hier geht es nicht bloss um ein nächstes kapitel. es ist das neue testament. dass es lediglich mit zwei songs aufwarten kann, ist zwar bedauernswert, aber kein grund, den glauben zu verlieren. im gegenteil. immerhin sind da ja noch die dub-mixes der beiden originale.


invisible conga people - in a hole




invisible conga people - can't feel my knees




plus ein süsser late night electronica / ambient mix des new yorker duos.


Tracklisting:

1. J.D. Emmanuel – Wizards, Movement 2 (North Star Productions)
2. Velvet Universe – The Start of Friendship 7 (Unknown)
3. Craig Leon – Nommo (Takoma)
4. Meyer Kupferman – Superflute (Nonesuch)
5. Berio – Laborintus (RCA)
6. Masahiko Togashi – Pray (Unknown)
7. Takemitsu-Vocalism Ai (RCA)
8. Professions of Presbyters (Unknown)
9. Yasutaka Tsutsui – Wind (Unknown)
10. Igor Wakhevitch – Beginning Of Peter’s Journey (F.L.V.M)
11. Sun Ra – The All Of Everything (Atavistic)
12. Jan Steele – All Day (Obscure)

21.05.2011

planningtorock - w



der grosse klangzauber geht weiter. w, der zweite longplayer von janine rostron alias planningtorock versperrt trotzig den weg zum bequemen hörvergnügen. der kantennasige faunus auf dem cover bringt den wanderer mit trügerischer stimmgewalt vom rechten weg ab. orchester, die mal von elo's opus magnum eldorado geliehen, mal minimalst gezupft die welt in ein licht entrücken, das seine quelle im innersten des ohres zu haben scheint. jeder klang eine eingebung aus verborgenen welten.
sich dieser verblendung hinzugeben, jeder regung, welche aus diesem werk hervorgeht, unbedingt folge zu leisten und sich zu verschreiben, auf die gefahr des eigenen verderbens hin - das ist der schlüssel zum vergnügen an diesem album. wem der einsatz zu hoch erscheint und wer engagement auf niedrigeren ebenen des musikgenusses sucht, dem sei abgeraten, auf planningtorock's unerbittliches vertragswerk einzugehen.







27.12.2010

james blake - s/t



was hat man gesehen von der welt, mit 21 jahren? was kann man sagen über die süsse verzweiflung an einer unglücklichen liebe? welches sind die sorgen eines 21-jährigen?

in der vertonung von james blake klingen sie nach lebenstriefender erfahrung. nach schmerzlicher versehrtheit des selbst. irgendwie geniert man sich etwas, sein debut anzuhören. nicht etwa, weil es letzte woche einmal quer durchs internet und wieder zurück geleakt ist. nein, -ich habe gelegentlich vom merkwürdigen ausdruck "teen angst" gelesen. von den dämonen des erwachsenwerdens. ein ehrfurchtgebietender spuk, dem die gewesene jugend abzuringen ist. teile des jung-seins, welche es um jeden preis ins spätere leben hinüberzuretten gilt. in der zeit dieser formgebung ist man mit verlustängsten konfrontiert, so unmittelbar, wie kaum je. blake zollt dieser auseinandersetzung mit einem wundersamen grundton einen tribut, wie er ernsthafter nicht sein könnte. diese stimmung hat ihren ursprung in der besänftigenden selbstbezogenheit des dubstep. bei james blake wird er zum zweckdienlichen transportmittel für sturm und drang. 

so kommt es, dass limit to your love - eines der herausragenden lieder des albums - mit seinem totalen bass das innerste verdichtet. kleinste lücken zwischen wahrnehmung und urteil werden damit geschlossen. alle vernunft ist ausgebootet, wenn das lied mit der seele in kontakt tritt.







als zuhörer zu stören - das ist eine erfahrung, die man bisweilen macht, wenn es sich um besonders intime musik handelt. man ist dem künstler verbunden, fühlt sich verstanden, in der eigenen erfahrung dieser lebensphase und ist gleichzeitig peinlich berührt, von der fatalistischen färbung der klänge. so carelessly there, is it truth or dare.

teen angst ist eines der kraftvollen leitmotive, welche das leben hervorbringt. wie das klagen eines antony hegarty von der verzweiflung genährt wird, ist es bei james blake eine stille zuversicht. sein klagen klingt hoffnungsvoll, auf eine bescheidene und demütige art. dazu trägt auch die gospelhafte ballade measurements zum ende des albums bei. läuterung, blues, -eine ganze spielzeit lang. wenig pathos, dafür viel pietät.

wie ein kollege sich andernorts ausdrückt: man dürfe sich glücklich schätzen, dass sich ein dubstep-produzent aufmache, soulmusik eine neue definition zu geben. dem ist nichts hinzuzufügen.

offizielles release datum ist der 7.2.2011.


James Blake - The Wilhelm Scream (Live on BBC Radio 1 at Maida Vale) by jp917


James Blake - Lindesfarne (Live on BBC Radio 1 at Maida Vale) by jp917

13.11.2010

fritz kalkbrenner - here today gone tomorrow



"techno that equally rocks but also swings." nur eine der treffenden formulierungen von tobias thomas, zum neuen album von fritz kalkbrenner. auf kalkbrenner's page rezensiert er das album in seinem umfassenden kontext. an dieser stelle sei sein plädoyer für techno mit herz allen zur lektüre empfohlen. er setzt die frühe soulfulness of techno, wie sie in detroit damals zelebriert wurde, in bedeutenden bezug zu here today gone tomorrow (15.10.10).



Fritz Kalkbrenner / Here Today Gone Tomorrow by suol


fritz ist - der bescheidenen meinung der federlande nach - der bessere der kalkbrenner brüder. seine stimme ist die eines soul-sängers. und wenn sie im spiel ist, verhilft sie techno zu neuen (alten) höhenflügen. berlin's got soul.

allenfalls kann man here today gone tomorrow vorhalten, dass es eher zu lang, als zu kurz geraten sei. wer würde aber angesichts der bedauernswerten unterversorgung mit technoidem soul sowas tun wollen?