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28.01.2013

bastard post

wie funktioniert eigentlich so ein bastard post und weshalb ist er für das musikverständnis das, was für die arche der berg ararat war?

simplifiziert und in kürze hat es damit das folgende auf sich: die emergenz - will heissen ein eindruck dessen, was über der musik schwebt aber unmittelbar von dieser verursacht ist - eines stücks wird konfrontiert, mit derjenigen eines anderen stücks. nach physikalischen gesetzmässigkeiten der wellenlehre entsteht folglich ein produkt, welches die jeweiligen schwingungen der stücke in sich vereint. diese einheit kann einer addition der schwingungen der einzelnen stücke entsprechen oder aber die totale gegenseitige neutralisierung bewirken. die emergenz der nächsthöheren ebene ist in beiden fällen das, was beide nacheinander gehörten stücke im konsumenten zurücklassen. denn emergenz hat keinen bestand ohne betrachtendes subjekt.

eine entscheidung zwischen den beiden ist dementsprechend immer nur vorgeschützt und argumentativ nicht zu legitimieren.

zwei songs. 1972 vs. 2013. entscheidet selbst.





05.05.2012

personal space: electronic soul 1974 - 1984




einst lebte eine heimwehkranke kreatur bei mir. es war ihm der name Commander Woo Woo gegeben. des nachts, auf seiner hundehütte sitzend, pflegte er ihn im frühsten welpenalter schon sehnsuchtsvoll und in klagenden vokalen dem all entgegenzuhalten. der weite himmel über ihm und in ihm verursachte dem tier eine eigenartige physiognomie: ein paar mandelkerngrosse augen wuchsen ihm ebenda, wo die schädeldecke die höchste rundung des kopfes beschrieb. sie waren von oben her ganz grade da hineinversetzt, sodass sie stets aufwärts blickten. wenn sie offen standen, ergoss sich daraus eine weite, als würde durch den hund die unendlichkeit des kosmos in die kleine stube gefüllt, in der das kaminfeuer ungeduldige schatten an die wände warf. und wie er so da lag, seine spitze schnauze auf dem boden ausruhend, taten sie dem unselig gebund'nen wesen keinen geringeren dienst, als alles herkommen, den anfang und das unschaubare ende mit seiner ganzen unergründlichkeit herzuzwingen, in ihrem glanz ein fiebriges pantomimenspiel zu geben. was er sah - und ich in ihm - war nun nicht weniger unaussprechlich als zuvor, wenn es nicht hereingefunden hätte, vom haarigen getier auf solch unpassende bühne gedrängt.
--
du weisst nicht woher es kommt und wer der empfänger ist. aber was du davon erlangen kannst, fühlt sich gut an und du lauschst verzückt.

personal space: electronic soul 1974 - 1984 ist auf chocolate industries erschienen. produktbezogenere informationen sind deren homepage zu entnehmen.


the makers - don't challenge me (personal space: electronic space 1974 - 1984)




steve elliot - one more time (personal space: electronic space 1974 - 1984)




starship commander woo woo - master ship (personal space: electronic space 1974 - 1984)





17.02.2012

phenomenal handclap band - form & control





willkommen im handclap'schen kosmorama. orbiter nummer zwei heisst form & control. vergessen sie nicht ihre weltraumunterwäsche für diesen wochenendtrip.









15.01.2012

19.09.2011

the stepkids - s/t




vor einem guten halben jahr hatte die federlande das debut der stepkids angekündigt. das fiebrige herbeisehnen des albums wird nun von dessen inhalt bestens abgerundet.

das ist die bodenloszone, - weder wachen noch träumen kannst du hier. wer einlass verlangt, streift sich vor der tür den körper von der seele und vermacht sein entkörperlichtes selbst der ergonomie des schalls. gerade als sich alles der ziellosigkeit des ewigen raums fügt, findest du als vibrierendes molekül einer violinsaite in die welt der materie zurück.








the stepkids am 27.09.2011 auf stonesthrow.

30.08.2011

solid space

1982 haben einige briten eine kassette mit obskurer musik bespielt. musik fürs digitale zeitalter, mit einem elegischen drang, - dem drang nach raum und schwerelosigkeit.






wenig ist nötig, um die grossen sehnsüchte anzurufen und musik weit über ihren klang hinaus bedeutsam zu machen.

die musik von solid space ist heute gut verfügbar. es lohnt sich, danach zu suchen.





solid space - destination moon




solid space - contemplation




solid space - a darkness in my soul

23.08.2011

bastard post

zwei songs. 1974 vs. 1978. entscheidet selbst.



captain beefheart & the magic band - observatory crest (bluejeans & moonbeams)
"the way I keep in touch with the world is very gingerly, because the world touches too hard."







hot chocolate - every1's a winner (every1's a winner)

11.08.2011

ars synthetica

tim hodkinson






ars synthetica by polirythmo





emerald webb - flight of the raven
benis cletin - jungle magic
sun ra - love in outer space
mort garson - big sur
john forde - atlantis
googie rene combo - wild bird
tulio enrique leon - maliendo café
jeff phelps - on the corner

04.08.2011

bastard post

zwei songs. 1979 (2010) vs. 1975. entscheidet selbst.






benis cletin - jungle magic
a woman turns into a big snake






robert moog


hierro - mi sexy amor
hot chocolate with a dose of extra-mooginess

19.07.2011

locussolus - s/t

setzt man techno in den kontext des kosmischen konzepts, ist es die reduktion der musik auf genau zwei komponenten: raum und zeit, -in diesem moment gleichzusetzen mit sphäre und rhythmus. da sich aber über musik generell keine nur kümmerliche aussagen machen lassen, kann auch dieses cliché ohne grosse anstrengung dekonstruiert werden.

dem kosmos gerecht zu werden, fällt keinem musiker leicht. immerhin handelt es sich dabei um das höchste prinzip allen schaffens. darin erfüllen sich die schöpferischen ambitionen des kreativen geistes. und darin verbergen sich - wie so oft hinter grossen prinzipien - kleingeist und unvermögen. an nichts lässt sich so leise scheitern, wie an hehren prinzipien.






dj harvey alias locussolus kann davon nichts erzählen. er kann von hippies und bits erzählen, -nicht aber vom scheitern an den grossen künstlerischen herausforderungen. von knackigen bass lines und techno aus fleisch und blut kann er plaudern, und wie er damit für versöhnung zwischen mensch und maschine sorgt. das sollte als hinweis reichen, dass sich die verdienste des mannes ins nahezu unermessliche dehnen.













da es throwdown in der ursprünglichen fassung nicht auf den album sampler geschafft hat (?), findet es hier separate erwähnung.


locussolus - throwdown (s/t)








07.07.2011

bastard post

zwei songs. 2005 vs. 2010. entscheidet selbst.



padded cell - signal failure








clive tanaka y su orquesta - all night, all right (jet set siempre 1°)







tanzt
um himmels willen, tanzt!
gegen den hunger und die verschiebung der kontinentalplatten
für ein besseres leben der anderen
und gegen die angst vor dem eigenen
tanzt

04.06.2011

invisible conga people - in a hole / can't feel my knees




diese ep auf dfa records liefert die totale qualitätsschmiere, um den sternenkreuzer für die nächste raum/zeit-reise flott zu kriegen. nie liess es sich angenehmer durch das multiversum flutschen. die invisible conga people hatten bereits 2008 vielversprechendes von sich hören lassen. aber hier geht es nicht bloss um ein nächstes kapitel. es ist das neue testament. dass es lediglich mit zwei songs aufwarten kann, ist zwar bedauernswert, aber kein grund, den glauben zu verlieren. im gegenteil. immerhin sind da ja noch die dub-mixes der beiden originale.


invisible conga people - in a hole




invisible conga people - can't feel my knees




plus ein süsser late night electronica / ambient mix des new yorker duos.


Tracklisting:

1. J.D. Emmanuel – Wizards, Movement 2 (North Star Productions)
2. Velvet Universe – The Start of Friendship 7 (Unknown)
3. Craig Leon – Nommo (Takoma)
4. Meyer Kupferman – Superflute (Nonesuch)
5. Berio – Laborintus (RCA)
6. Masahiko Togashi – Pray (Unknown)
7. Takemitsu-Vocalism Ai (RCA)
8. Professions of Presbyters (Unknown)
9. Yasutaka Tsutsui – Wind (Unknown)
10. Igor Wakhevitch – Beginning Of Peter’s Journey (F.L.V.M)
11. Sun Ra – The All Of Everything (Atavistic)
12. Jan Steele – All Day (Obscure)

21.05.2011

planningtorock - w



der grosse klangzauber geht weiter. w, der zweite longplayer von janine rostron alias planningtorock versperrt trotzig den weg zum bequemen hörvergnügen. der kantennasige faunus auf dem cover bringt den wanderer mit trügerischer stimmgewalt vom rechten weg ab. orchester, die mal von elo's opus magnum eldorado geliehen, mal minimalst gezupft die welt in ein licht entrücken, das seine quelle im innersten des ohres zu haben scheint. jeder klang eine eingebung aus verborgenen welten.
sich dieser verblendung hinzugeben, jeder regung, welche aus diesem werk hervorgeht, unbedingt folge zu leisten und sich zu verschreiben, auf die gefahr des eigenen verderbens hin - das ist der schlüssel zum vergnügen an diesem album. wem der einsatz zu hoch erscheint und wer engagement auf niedrigeren ebenen des musikgenusses sucht, dem sei abgeraten, auf planningtorock's unerbittliches vertragswerk einzugehen.







30.01.2011

nicolas jaar - space is only noise



wieder so ein jungspund, der uns die neue elektronische progressive vor ohren führt. werte lesende: nicolas jaar - hurra, hurra, hurra! (danke, herr martenstein)









circlesquare? james blake? fever ray? measure with the best - welches bench marking fällt euch ein?


(space is only noise, 28.2.11 auf circus company)

15.01.2011

fare well

trish keenan ist vor kurzem an den folgen einer lungentzündung gestorben. ein tragischer verlust.








22.11.2010

aufarbeiten: connan mockasin - please turn me into the snat



die türe zuschliessen, den sturm draussen lassen. es ist zeit, die zügel jetzt etwas schleifen zu lassen. schliesslich bewegen wir uns mit windeseile auf das jahresende zu. die erste dekade des neuen jahrtausends wird in kürze der neue stoff für die jüngsten geschichtsbücher sein. verdienterweise darf man sich nun mal tief ausatmend der musik eines connan mockasin hingeben.





irgendwo stand geschrieben, please turn me into the snat fühle sich an wie bossa nova auf lsd. gut getroffen, meint die federlande. selten wurde eine märchenhafte grundstimmung von subtilerer rhythmik beseelt. und selten konnte das dadurch entstandene konstrukt standhafter gegen vorwürfe der antiquiertheit bestehen.





die traumhafte metaphysik von connan mockasin's musik erschliesst sich einem mit dem ersten, bewussten hinhören. zeit dafür aufzubringen, ist eine dankbare sache; gerade in diesen tagen, wo alles sich konzentriert im rennen auf die letzten grossen daten im jahr.