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09.11.2012

sentenz



"Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."


theodor w. adorno
minima moralia - reflexionen aus dem beschädigten leben

21.10.2012

sentenz

 
"Präferenzen sind etwas für Diener, weil man sie damit auf etwas festnageln kann."

dirk baecker
kleinere beiträge zur sozialkunde

13.02.2012

mit sicherheit kein innerer frieden

athen, 12.02.12
link




""Frieden", verstanden als der gewaltlose, auf Kooperation bedachte Umgang der Staaten untereinander, verliert angesichts einer Neuinterpretation von "Sicherheit" als der Gewährleistung menschlicher Grundbedürfnisse an normativer Kraf und diskursiver Macht. Eine sicherere Welt könnte deshalb auch eine unfriedlichere Welt sein."




christopher daase
sicherheit schlägt frieden
polar 11/11

29.01.2012

Bouvard et Pécuchet von Gustave Flaubert - eine Geschichte zwischen Inspiration und Ignoranz

Bouvard's und Pécuchet's Wissensdurst steht die Aussage gegenüber, es handle sich bei ihrer Geschichte um eine Beschreibung der menschlichen Dummheit. Bouvard und Pécuchet versuchen sich nacheinander in ganz verschiedenen Disziplinen der Wissenschaften und Künste. Je grösser der Eifer der beiden zu Beginn ihrer Abenteuer ist, desto mehr empören sie sich über das Scheitern ihrer Projekte. Dabei machen sich Bouvard und Pécuchet niemals Eingeständnisse, was die Qualität ihrer eigenen Motive angeht. Ihr Interesse ist rein und der Anspruch an dessen Verwirklichung absolut. Ebenso launenhaft, wie ihr intellektueller Blindflug durch die Wissenschaften, beginnt das Gelernte sie umzutreiben. Unzulänglichkeiten und Widrigkeiten lassen sie vom Glauben an das rationale und geordnete Leben abfallen. Sie entwickeln sich in der Wahrnehmung Anderer zu Anarchisten, für die Werte und Pietät nur Fortschrittshindernisse bedeuten. Ihr angestrebter Erkenntnisgewinn unterliegt keinerlei Selektion. Der Hypothese, als auch deren Entkräftung sowie dem neuerlichen Entwurf messen sie uneingeschränkte Geltung bei. Sie vernachlässigen ihre Prämissen und Veranlagungen ebenso, wie die eigene Tauglichkeit und leben in einer Dimension, in der alles gilt, jedoch nichts wahrhaftig ist.

Ihr launenhafter Wissenserwerb wird rasch einem Attraktionstest unterzogen. Die Präsentationen werden als gesellschaftliche Ereignisse auf dem landwirtschaftlichen Gut der beiden inszeniert. Dabei benutzen sie schamlos ihr Umfeld, welches der Zeit entsprechend weniger aus Freundschaften, als aus standesgemässen Kontakten besteht. Für Unverständnis oder gar Widerspruch aus dem konsternierten Publikum bringen Bouvard und Pécuchet keinerlei Verständnis auf. Im Gegenteil, schnell fühlen sie sich missverstanden und reagieren ungehalten. Da ist es dann auch kein langer Weg, bis zu den ersten verbitterten Bemerkungen über die Ignoranz oder den mangelhaften Intellekt ihrer undankbaren Bekannten. Besonders das letzte Kapitel, in welchem Bouvard und Pécuchet zwei Zöglinge direkt an ihrem Wissensschatz teilhaben lassen wollen, zeugt vom tölpelhaften Unvermögen der beiden, Verständnis für Moral und Sitten als Grundlagen eines tugendhaften Lebens weiterzureichen. Derart zur Schau gestellt, wird ihrem Wissen kein Wert anerkannt. Nur den Präsentationen selbst bekunden einige Wenige einen skurrilen Unterhaltungswert. So werden sie selber zu Attraktionen. Im Dorf sind sie bekannt, wie bunte Hunde, über die das geringste Volk verächtlich den Kopf schüttelt.






Diese Ignoranz im Wissen-Wollen ist die eklatante Dummheit Bouvard's und Pécuchet's. Sie ist hart erkämpft und äussert sich mit nervöser Penetranz. Im Gegensatz zur heutigen Zeit, bedeutete es für sie grosse Anstrengungen, zu den Mitteln zu kommen, die ihren Wissensdurst stillten. Der Roman spielt Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Das Wissen stand damals nur einer erlesenen Gemeinschaft zur Verfügung. Die Auswahl ihrer Quellen erfolgte nach einem Wirksamkeitsprinzip: konnte der Inhalt einer Lehre vor den eigenen Erfahrungen oder vor Publikum nicht bestehen, so war sie in den Augen Bouvard's und Pécuchet's widerlegt und zu nichts nutze. Mit der Hartnäckigkeit von Betrogenen sind sie auf der Suche nach einer Wahrheit, die sie in ihrer Vorstellung nur immer wieder hinters Licht führt.

Insgesamt nahm die unvollendete Schrift Gustave Flaubert's eine Entwicklung vorweg, welche sich bis heute zuspitzt. Der Eifer, wissen zu wollen, begann mit der Verfügbarkeit von Wissen und Information zu wachsen. Die Geltungssucht der Informationen reizt unsere Wissbegier umso mehr. Ein Mahlstrom der Unstillbarkeit tut sich auf. Jeder kann alles in Erfahrung bringen, zu jeder Zeit. Ein vertieftes Verständnis für die Materie und deren Anbindung an ihre Umgebung - die wahrhaftige Komponente des Wissens - wird immer seltener erlangt. Die Demokratisierung des Wissens hat so eine Abwertung desselben zur Folge. Seine spektakuläre Inszenierung transformiert Inhalte zu Tupfern in einem Mosaik, dessen Einzelteile nicht zusammenpassen wollen.

Nach allen Misserfolgen haben sich Bouvard und Pécuchet darauf beschieden, wieder zu ihrem alten Beruf zurückzukehren, da "ihnen alles unter ihren Händen in Stücke zerbrochen ist". Wenn alle Stricke reissen, sind wir also doch einfach das, was wir sind und erst dann ist das auch genug wert. Ein Effekt, welcher der rasanten Differenzierung vieler Lebensbereiche folgt, lässt sich an dieser Schlusswendung in Flaubert's Roman ablesen.
In einer Gesellschaft, die vorgibt, jedem von uns eine Unzahl von Angeboten offenzuhalten, agiert man bald mit Resignation. Jede ungenutzte, dieser potenziellen Möglichkeiten, schlägt imaginäre Krater in die eigene Vita. Und auch hier ist viel Bouvard'scher und Pécuchet'scher Eifer zu entdecken. Es scheint, als müsste in dieser Welt voller Optionen der Mensch bis auf seinen Kern abgerieben werden, in einer Mühle zwischen Wissen und Wollen, um schlussendlich zu seinem Selbstwert zu finden. Nach dieser Odyssee bleibt eine Reduktion übrig, ein Fragment unserer selbst, das blendet mit seinem Schliff und Glanz. Weshalb aber hüten wir dieses Schmuckstück vor neugierigen Blicken und verdecken nach Möglichkeit seine unprätentiöse Schönheit? Weil sich darin alle unsere verlustreichen Kämpfe spiegeln, die wir auf dem Weg zu diesem bescheidenen Gewinn ausgefochten haben. Es steht stellvertretend für den Verlust aller Möglichkeiten. Bouvard und Pécuchet haben für ihre bescheidene Erkenntnis, dass ihr ursprünglicher Beruf doch gut genug für sie sei, mit dem Verlust von Träumen und Hoffnungen bezahlt.

Es ist schwierig, dem antiken, griechischen Orakelspruch Genüge zu tun, wonach es Ziel jedes Menschen sei, sich selbst zu erkennen. Heute wie ehemals. Die Vielfalt an Werkzeugen, die man uns heute zum Sichern und Erleichtern des Wegs reicht, ist überwältigend. Umso mehr Achtsamkeit ist geboten bei deren Auswahl.

17.09.2011

soul tops

was einen letzten endes an neuer musik zu begeistern vermag, lässt sich kaum mit worten erklären. was aber nicht begeistert, tritt oft ganz schnell an die oberfläche. es sind kleinigkeiten, die sich in ihrer betrachtung isolieren lassen. während aber das, was begeisterungsstürme auslöst, sich nur im ganzen zeigt. da kann es sich um eine passage handeln, begleitet von instrumenten oder effekten, die man beim zuvor gehörten interpreten noch verschrien und sie als argument dafür angeführt hat, diesen eben darum nicht zu mögen. doch im nun gehörten kontext fügen sie sich ganz andersartig ein und entziehen sich so der vorherigen betrachtungsweise. mit einem kleinen, aber unschätzbar teuren trick werden so horizonte auf wundersame weise ausgedehnt. und man könnte meinen, es erschliesst sich darin dem aufmerksamen zuhörer die gesamte transzendentale entwicklung menschlicher wesenseigenschaft.

die federlande bewegte sich in den letzten monaten auf dunklen pfaden des musikgenusses. es sind dies die wenig freudvollen zeiten, welche von überfluss und uneingeschränkter verfügbarkeit gezeichnet sind. irrend und zunehmend taub kämpft man sich immer tiefer hinein, in eine gefährliche sumpflandschaft, verzweifelt auf der suche nach der strahlenden perle, die den weg zurück zum quell reinen genusses weisen möge. wer gewohnt ist, danach ausschau zu halten und das martyrium dieser suche zu erdulden, wird abermals von der musik errettet werden. und mitunter aus diesem grund, ist dem zitat von paul klee uneingeschränkter wahrheitsanspruch zu gewähren.

drei perlen, die wie beatrice in dante's göttlicher komödie, mit ihrer heilsverkündung den irrenden führten, sollen an dieser stelle folgen.


robin hannibal - sneak preview (bonus track) (bobby ep)




thundercat - walkin (the golden age of apocalypse)




electric guest - under the gun (radical miracle)

14.09.2011

sentenz

   

"Life is what happens to you / while you're busy making other plans"


john lennon

05.09.2011

tell me a song



fatigue universelle




ein lied, das vor rund fünfzig jahren angestimmt wurde und dessen wahrheitsgehalt sich wohl - je älter es wird - desto mehr verdichtet:





bob dylan & the band - too much of nothing (the basement tapes)


Too much of nothing
Can make a man ill at ease
One man's temper might rise
While another man's temper might freeze
In the day of confession
We cannot mock a soul
Oh, when there's too much of nothing
No one has control.

Say hello to Valerie
Say hello to Vivian
Give them all my salary
On the waters of oblivion

When there's too much of nothing
It can cause a man to weep
He can walk the streets and boast like
Of what he'd like to keep
But it's all been done before
It's all been written in the book
And where there's too much of nothing
Nobody should look

Say hello to Valerie
Say hello to Vivian
Give them all my salary
On the waters of oblivion

And too much of nothing can make a man a liar
It can cause one man to sleep on nails
It can cause others to eat fire
Everybody's doin' somethin'
I heard it in a dream
But when there's too much of nothing
It just makes a fella mean

Say hello to Valerie
Say hello to Vivian
Give them all my salary
On the waters of oblivion

30.08.2011

sentenz


 "Der Wein - [..] - Die Frauen -- Das ist - Das ist nun doch - Erlauben Sie mir - Weltuntergang -- Gethsemane --"


mynheer peeperkorn
in der zauberberg von thomas mann


(keine romanfigur ist je mit einer ähnlich verschwenderischen einstellung zum leben aufgefallen.)

14.08.2011

materialismus und ignoranz - ein britischer musiker analysiert die sozialen unruhen

wer ignoriert, dass die vorgänge in grossbritannien ein hässliches kind unserer konsumzentrierten lebensweise sind, und ihnen die soziale komponente abspricht, missachtet eine realität, die dringend unserer ungeteilten aufmerksamkeit bedürfte. das gemeinschaftliche ideal des materiellen wohlstands als sozialökonomisches konzept muss überdenkt und korrigiert werden. junge menschen müssen - unabhängig von milieu, hautfarbe etc. - im rahmen ihrer schulbildung, mechanismen unseres wirtschaftssystems hinterfragen und relativieren lernen.

zu einem teil bedeutet dies die kapitulation vor den prozessen einer verwertungsgesellschaft, die in der realität vieler menschen unantastbar - und damit unhinterfragbar sind. je mehr medien über diese diffuse materie berichten, sei es in form des nächsten drohenden crashs oder in form von abzocker-stories, desto gewisser wird deren unbeeinflussbarkeit. wir alle wissen, welche gestalt reaktionen auf ohnmachtsgefühle bisweilen annhemen können. die affekthandlung der "bedrohten" lässt ganze strassenzüge in flammen aufgehen.





bibio



der britische musiker und produzent stephen wilkinson alias bibio analysierte unlängst die gewalteskalation auf seinem blog. er steht unter vertrag bei warp records, deren gesamter musikkatalog beim brand des sony/pias-gebäudes in london zerstört wurde. über 150 kleine record labels sind vom unglück betroffen, das in der nacht auf den 9. august von einem plündernden mob verursacht wurde.

bibio spart nicht mit anschuldigungen an die mentale verfassung der unterschicht-kids, 'chavs' genannt. ihr unbändiger herdentrieb nach luxusgütern stellt er als ursache der unruhen dar und befeuert damit das klischee des asozialen minderbemittelten, welches er aber im selben post wieder relativiert. gleichzeitig pocht er auf die reparatur von gemeinschaftsgefühlen mittels erziehung und bildung. seine perspektive auf die ereignisse ist allemal lesenswert.


lord of the flies dressed by adidas

29.07.2011

h. d. thoreau - walden oder leben in den wäldern




wie man es einrichtet, beim lesen von henry david thoreau's walden dem eigenen streben nach besitztümern gelassen zu begegnen, steht nirgendwo geschrieben. eine marternde ambivalenz ist als folge der lektüre unumgänglich.
so kann es sich ergeben, dass die neue wohnwand beim vorübergehen einen hasserfüllten blick erntet und angespuckt wird, oder dass gar eine aufstehende schublade so unbeherrscht zugedroschen wird, dass die armaturen splittern. ausbrüche dieser art scheinen im zusammenhang mit walden oder leben in den wäldern nicht nur plausibel, sie sind eine implizit formulierte forderung. wirklich tragische züge nimmt die eruption erst an, wenn wir uns tags darauf reumütig mit den reparaturarbeiten beschäftigt sehen und in einem akt von zärtlichkeit die spucke dazu benutzen, alle spuren abzuwischen.

es ist so mit aller ideologie. sie bringt einen dazu, verbittert kleinzuschlagen, was ihr gefährlich werden könnte. ideologie genügt sich selbst und ist ein egomanisches arschloch. sie frisst unversehens auf, was zuvor unbeachtet an wahrheiten herumlag und verdaut es zu einem betonharten wurfgeschoss, welches fortan als primäres kommunikationsmittel verwendung findet. ihr radikales selbstverständnis gebietet, schärfer zu schiessen, je mehr der fragwürdige verdauungstrakt sich mit zweifel konfrontiert sieht.

walden ist unzeitgemäss, obwohl ihm allseits das gegenteil konstatiert wird. genau aus diesem grund ist seine wirkung so unerbittlich. jeder einzelne buchstabe lässt einen den verrat spüren, den wir seit langer zeit an unserer natur üben. der verbindende faden, vom damals zum heute, lässt sich nicht kappen. die unzeitmässigkeit wird zum verstärker aller versäumnisse und kumuliert die schuldgefühle ins unerträgliche. so folgt versuch auf versuch, zu relativieren und glatt zu streichen, was sich an meilenhohen wellen türmt. aber die inhaltskritik bleibt wirkungslos. ein freibillet für die ideologie bedeutet das freilich noch lange nicht. im gegenteil, gerade jetzt sollten die motoren der selbsterkenntnis auf hochtouren laufen.



henry david thoreau


"Was bei manchen wilden Völkern Brauch ist, könnte wohl mit Nutzen von uns nachgeahmt werden: sie tun wenigstens alljährlich dergleichen, als ob sie ihre Haut abwürfen; sie haben wenigstens eine Idee von der Sache, ob diese nun Wirklichkeit hat oder nicht. Wäre es nicht gut, wenn wir solch ein busk, ein 'Fest der Erstlinge' hätten, wie Bertram schreibt, dass es bei den Mucclasse-Indianern Sitte war: "Wenn die Stadt das busk feiert, so sammeln die Bewohner, nachdem sie sich vorher mit neuen Kleidern, Töpfen, Pfannen und anderen Haus- und Einrichtungsgeräten versehen haben, alle abgetragenen Kleider und übrigen unappetitlichen Dinge und putzen und reinigen ihre Häuser, Plätze und die ganze Stadt von allem Unrat, den sie nebst dem übriggebliebenen Korn und sonstigen alten Vorräten auf einen Haufen zusammentragen und vom Feuer verzehren lassen. Nachdem die Arznei genommen und drei Tage lang gefastet haben, wird alles Feuer in der Stadt ausgelöscht. Während der Fastenzeit enthalten sie sich von der Befriedigung jeglichen Verlangens und jeglicher Leidenschaft. Allgemeine Amnestie wird verkündigt, alle Übeltäter dürfen in ihre Heimat zurückkehren.
Am vierten Tag erzeugt der Oberpriester, indem er trockene Holzstücke gegeneinender reibt, auf dem öffentlichen Platz ein neues Feuer, von dem aus alle Einwohner mit einer neuen, reinen Flamme versorgt werden.
dann speisen sie festlich vom neuen Korn und Obst, tanzen und singen drei Tage lang, und die vier folgenden Tage empfangen sie Besuch und freuen sich mit ihren Freunden aus den benachbarten Städten, welche sich auf gleiche Weise gereinigt und vorbereitet haben."
Auch die Mexikaner nehmen eine ähnliche Reinigung nach Ablauf von je zweiundfünzig Jahren vor, in der Meinung, es sei jetzt Zeit, dass die Welt untergehe.
Ich habe kaum je von einem wahrhaftigeren religiösen Ritus gehört - in dem Sinne, wie es das Lexikon erklärt, nämlich als "äusseres, sichtbares Zeichen einer inneren und geistigen Gnade" -, als diese ist, und hege nicht den geringsten Zweifel, dass die Betreffenden ursprünglich direkt vom Himmel zu solcher Handlung inspiriert wurden, wenn sie auch keinen biblischen Bericht über die Offenbarung besitzen."


h. d. thoreau
aus walden oder leben in den wäldern 

14.07.2011

sentenz




der ausdruck "neusprech" (newspeak) hat in der orwell'schen terminologie einen festen platz. er bezeichnet den prozess der begriffsverengung. sie kann durch autoritäten bewirkt werden und ist ein schleichender begleiter unserer heutigen informationsgesellschaft. denn diesen effekt - neusprech - verfolgen nicht nur geübte rhetoriker als zielvorgabe mit ihren eindringlichen reden. viel subtiler und weitaus unbewusster sind wir heute damit konfrontiert. die gezeigte illustration rückt den begriff in einen schaurigen kontext. bringt man das zitat orwell's in verbindung, mit der personalisierung des internets, wie sie freund/feind google oder eben auch facebook praktizieren, drängen sich einige wichtige fragen auf.

wenn nicht..

(via)

04.07.2011

sentenz

 
"Ein Mann ist reich im Verhältnis zur Zahl der Dinge, auf die er verzichten kann."   


henry david thoreau

27.06.2011

sentenz

       
     
"When we remember that we are all mad, the mysteries disappear and life stands explained."


mark twain

20.06.2011

sentenz

 
"Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er, oft unter gewaltigen Opfern, für sein Leben hält, oder eine Reihe von Geschichten, die mit Namen und Daten zu belegen sind, so daß an ihrer Wirklichkeit, scheint es, nicht zu zweifeln ist. Trotzdem ist jede Geschichte, meine ich, eine Erfindung."


max frisch

13.06.2011

sounds around the corner - bright-sides 7

die federlande präsentiert: einige obskure perlen, die sich neulich in der schatzkammer angesammelt haben. ein shout-out an ralph hofbauer, von dessen obskuradio zwei tracks mit in diese zusammenstellung gefunden haben.


marsha hunt


bright-sides 7

  1. xavier cugat - perfidia
  2. septima region - de la selva con furor
  3. the souls of unity - reach out and touch
  4. tom newman - she said she said
  5. rolf harris - sun arise
  6. johnny duncan - hot sunshine
  7. lonnie mack - why
  8. dale hawkins - ruby, don't take your love to town
  9. marsha hunt - (oh, no! not) the beast day
  10. flowers - for real
  11. otis wright - it's soon be done


volles programm: von der süssen space age exotica cugat's, zur cumbia peruana der septima region. mit aufbrandendem schwindelgefühl vom strapaziösen reach out and touch, zu newman's ätherischem redo eines beatles klassikers. vom magischen sonnenaufgang im aussie-land, zum unvermeidlichen sonnenstich mit johnny duncan. mit der ewigen frage von lonnie mack auf den lippen, zur verpflichtenden erkenntnis, die liebe besser zu hause zu lassen. dann verdammt hunt's beast day alles gute ins gestern und morgen, während die flowers doch jetzt grad schon wieder ganz schön spriessen - und kaum schaut man sich verwundert um, ist mit dem sorglosen it's soon be done alles schon wieder vorbei.

08.06.2011

sentenz

   
"To me, the greatest pleasure of writing is not what it's about, but the inner music that words make."


truman capote

15.05.2011

sentenz

         
"Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt."



ludwig wittgenstein
philosoph

09.05.2011

sentenz

   
"Wer, wie entbrannt er ist, zu sagen weiss,
der brennt auf kleiner Flamme, brennt nicht heiss."


michel de montaigne
politiker, humanist






que sais-je?

05.05.2011

sentenz

 
"Gerechtigkeit war selbstverständlich eine leere Worthülse der Bürgerrhetorik, und um zum Handeln zu kommen, müsse man vor allen Dingen wissen, welche Gerechtigkeit man meine: diejenige, die jedem das Seine, oder diejenige, die allen das Gleiche geben wolle."


thomas mann
der zauberberg